Dramaturgie und Regie

Die Kunst der Regie und Dramaturgie
mit Marcelo Diaz, Ute Pinkert und John von Düffel

An acht Wochenenden setzen sich die Teilnehmer*innen mit den handwerklichen Grundlagen der Regiearbeit, der Dramaturgie und Stückentwicklung auseinander. Dabei werden sowohl die klassischen als auch zeitgenössische Theaterformen berücksichtigt. Wir werden überwiegend praktisch arbeiten, so dass die Teilnehmer*innen sich ausprobieren können. Die Lehrenden werden sich in ihren Inhalten aufeinander beziehen, ihre unterschiedlichen Blickwinkel ermutigen zu einem konstruktiven Austausch


Termine und Kurzbeschreibungen


Die dramatischen Bausteine
- Marcelo Diaz
27. - 29. Januar 2017 und 17. - 19. Februar 2017

Die Teilnehmer/innen werden am ersten Wochenende in die dramatische Struktur des Schauspiels eingeführt, welche sich in 5 Elemente gliedert: Figur, Handlung, Umstände, Konflikt, Text. Diese Elemente werden praktisch und spielerisch erforscht und in ihrer Verbindung miteinander untersucht. Am zweiten Wochenende werden die Kenntnisse in Bezug auf einen Theatertext, „Schwimmen wie Hunde" von Reto Finger, angewendet. Dabei geht es darum, eine künstlerische Umsetzung zu suchen, eine Kunstsprache und Theatralik sowie interessante Bilder und Arrangements jenseits des Fernsehrealismus zu entwickeln. In Kleingruppen werden eigene Umsetzungen praktisch erprobt.

Dramaturgie in rechercheorientierten Eigenproduktionen - Ute Pinkert
17. - 19. März 2017

Neuere theaterpädagogische Eigenproduktionen orientieren sich häufig an Beispielen eines performativen zeitgenössischen Theaters auf der einen und an forschungsorientierten Arbeitsweisen auf der anderen Seite. Nach welchen dramaturgischen Prinzipien wird in solchen Eigenproduktionen gearbeitet? Bedeutet die Abkehr vom dramatischen Text automatisch auch die Nivellierung dramatischer Spannung? Die Werkstatt wird sich diesen Fragen in spielpraktischer und in theoretisch-reflektierender Weise annähern und so Erfahrung und Analyse aufeinander beziehen.

Szenisches Schreiben –
Situation, Figur und Stückentwicklung
- John von Düffel
05. - 07. Mai 2017

In dieser praxisorientierten Schreibwerkstatt werden die Teilnehmer*innen anhand von beispielhaften Übungen Texte erstellen, ausprobieren und dramaturgisch überprüfen und so Grundlagen des dramatischen Schreibens erlernen.

Das epische Theater - Marcelo Diaz
23.-25. Juni und 07.- 09. Juli

Textgrundlage: "Super gute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" von Simon Stephens nach Mark Haddon. Der Begriff "episches Theater" verbindet zwei literarische Gattungen: das Drama und die Epik, also theatralische und erzählende Formen der Literatur. Es geht darum, den Umgang und die Verbindung dieser zwei Elemente zu lernen. Am zweiten Wochenende werden wir technische, handwerkliche Aspekte der Regiearbeit vertiefen wie Rhythmus, Brüche, Überlappungen von Texten und Einführung von Musik.

Das klassische Theater -
Inszenierungskonzept entwickeln und umsetzen
- Marcelo Diaz
20. - 22. Oktober und 03. - 05. November 2017

Wie entwickelt man ein Inszenierungskonzept aufgrund einer Textvorlage für einen konkreten Auftrag eines Theaters oder eines theaterpädagogischen Projektes? Wie fokussieren wir ein Thema? Wie holen wir die Figuren heran und schaffen nachvollziehbare Situationen, die mit unserer heutigen Problematik zu tun haben? Als Textgrundlage dient "Emilia Galotti" von Lessing. Am zweiten Wochenende werden die Teilnehmer*innen ihre Inszenierungskonzepte ausprobieren.


Zielgruppe: Der Kurs richtet sich an Theaterpädagog*innen, Regisseur*innen, Dramaturg*innen, Schauspieler_innen und Performer*innen oder Studierende dieser Fachrichtungen sowie an alle Personen, die sich aus beruflichen Gründen mit dem Thema beschäftigen wollen.

Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Es werden qualifizierte Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.


Zu den Dozent/innen:

Marcelo Diaz, geb. 1955 in Buenos Aires, ist ausgebildeter Regisseur und Schauspieler. Mit über hundert, vornehmlich im deutschsprachigen Raum realisierten Inszenierungen und langjähriger Erfahrung im Unterrichten von Schauspiel- bzw. Regiestudierenden arbeitete er sieben Jahre als künstlerischer Leiter im Theater an der Sihl und leitete zeitgleich den Studiengang Regie. Seit 2003 inszeniert er als freier Regisseur an verschiedensten Häusern und ist Dozent für Regie an der Theaterhochschule Valencia, Spanien.

Ute Pinkert, Germanistik- und Theaterwissenschaftsstudium, Mitglied der künstlerischen Leitung des Studententheaters Leipzig; Entwicklungsdramaturgin beim Rundfunk der DDR in Berlin; Zusatzstudium Spiel- und Theaterpädagogik an der HdK Berlin, danach freischaffende Theaterpädagogin; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bereich Ästhetische Praxis, FH Potsdam, Leitung studentischer Theater- und Performanceprojekte; Juniorprofessorin für Didaktik des Szenischen und Darstellenden Spiels und Theaterpädagogik an der Universität Oldenburg; seit 2007 Professorin für Theaterpädagogik am Institut für Theaterpädagogik der Universität der Künste Berlin.

John von Düffel, geb. 1966 in Göttingen, Studium der Philosophie und Volkswirtschaft, Promotion 1989 über Erkenntnistheorie. Journalistische Tätigkeit als Theater- und Filmkritiker. Seit 1991 Dramaturg und Autor an verschiedenen Theatern in Stendal, Oldenburg, Basel und Bonn. 2000 - 2009 Schauspieldramaturg am Thalia Theater Hamburg. Seit 2000 Professuren für szenisches Schreiben an unterschiedlichen Universitäten. Seit Sommer 2009 Dramaturg am Deutschen Theater Berlin, seit 2010 Professor für szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.